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Stadtgespraech mit Zoo-Geschaeftsfuehrer Andreas Casdorff

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Hannover – das ist mehr als Maschsee, Messe und Herrenhausen. Hannover ist speziell. In der neuen Serie „NP-Stadtgespräch“ gehen wir mit Menschen dieser Stadt an für sie ganz besondere Orte. Wir wollen Hannover dort sehen, hören und begreifen. Dieses Mal mit Andreas Casdorff, Geschäftsführer im Zoo Hannover.

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Es ist kühl und auch etwas feucht. Es begegnen uns im Zoo nur wenig Besucher. Zum Aufwärmen trinken wie einen Kaffee am Sambesi, wobei Andreas Casdorff seinen Service-Mitarbeiter mit etwas Mühe auch davon überzeugen kann, von ihm keinen Becherpfand zu kassieren. Er könne seinem Chef doch vertrauen.

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Herr Casdorff, mögen Sie eigentlich Tiere?

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Zoo-Chef Andreas Casdorff stellt sich den NP-Fragen
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Ja! (lacht) Sonst wäre das auch wirklich schwierig hier. Wenn Sie mich aber fragen, was mein Lieblingstier ist, tue ich mich echt etwas schwer. Ich liebe es, morgens aus dem Fenster zu gucken und die Eichhörnchen auf dem Baum herumtoben zu sehen. Ich mag es, abends nach Hause zu kommen und den Molchen und Schnecken im Teich zuzugucken. Aber natürlich hier auch die großen Tiere, die Elefanten, die Nashörner, die Springböcke, aber auch die putzigen Erdmännchen.

Geht Ihre Familie eigentlich noch in den Zoo?

Meine Familie geht noch ganz oft in den Zoo, weil am Wochenende hier ganz viel los ist. Deshalb gibt es für mich viele Gründe, auch am Wochenende hier zu sein, und manchmal nehme ich dann gerne meine Frau und die Kinder mit. Ich führe dann ein paar Gespräche und die genießen Gasthaus Meyer.

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Zoo-Chef Andreas Casdorff stellt sich den NP-Fragen
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Erst mal ist es schön, wenn Sie sagen, es sei ein Vergnügungspark. Zu uns zu kommen, soll ja Vergnügen machen. Wir wollen die Leute für Tiere begeistern. Mit Käfigen und dunklen Ecken würde dies nicht gelingen. Wir wollen aber ein Stück weit Landschaften und Lebensräume darstellen, zeigen, was die Tiere brauchen. Das wirkt sich in der Gestaltung aus.

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Eine wichtige Frage. Immer mehr Menschen wandern in die Städte und entfremden sich dabei immer weiter von der Natur. Dabei nimmt die Begeisterung für Tiere, für Artenvielfalt, für die unterschiedlichen Lebensformen ab, weil man sich damit nicht beschäftigt. Nun können Sie sagen, man kann das alles auch auf Wikipedia nachlesen, warum dann angucken? Ich glaube aber ganz fest an die Botschafterfunktion des Zoos: Menschen durch natürlichen Kontakt, durch Gerüche und Geräusche in eine Beziehung zu den Tieren zu bringen. Hier sehe ich ihr Verhalten, sie kommen ja oft ganz nah. Damit erzeuge ich Begeisterung. Aber es geht natürlich auch um die Bewahrung der Artenvielfalt. Die Wildnis, der natürliche Lebensraum, ist ja tatsächlich kaum noch existent.

Von vielen Arten gibt es kaum frei lebende Exemplare. Wie helfen Sie bei der Erhaltung?

Da haben wir sehr gute Beispiele. Zum einen die Addax-Antilopen, die es in freier Wildbahn kaum noch gibt. Wir helfen durch unsere Nachzüchtungen in Verbindung mit anderen Zoos dabei, dass die Tiere zunächst in kleineren Naturschutzgebieten angesiedelt werden können, wo sie sich weiter ausbreiten können. Oder auch die Moorenten, die wir am Steinhuder Meer auswildern. Eine Art, die erst mal nicht so spektakulär klingt. Das zeigt aber, welche Probleme wir mit der heimischen Tierwelt haben.

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Der Vorwurf, der aus heiterem Himmel erhoben wurde, wir würden hier Tiere quälen, passt überhaupt nicht zu unserem Selbstverständnis und auch nicht zu dem, was alle Mitarbeiter hier tagtäglich erleben. Das hat uns alle von den Beinen gerissen. Dann die Art und Weise, wie diese Kampagne in den sozialen Medien gespielt wurde, mit welcher Vehemenz wildfremde Menschen plötzlich auf einen einschlagen, die noch nie hier waren, die uns beurteilt haben anhand wild zusammengeschnittener und falsch kommentierter Bilder – das war emotional schon sehr hart. Da haben die Mitarbeiter bis heute noch dran zu knapsen.

Warum gehen Sie nicht juristisch wegen Geschäftsschädigung gegen Peta vor?

Weil ich damit Peta nur einen Gefallen tun würde. Diese Tierrechtsorganisation, die ja letztlich ein ganz anderes Weltbild propagiert, würde damit nur wieder Aufmerksamkeit bekommen. Das bringt uns allen nichts. Wir kümmern uns um unsere Tiere.

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Wir sitzen gerade an einem. Hier im Café Kifaru hab ich die Ruhe der Boote, die auf dem Sambesi vorbeifahren. Ich brauche immer das Wasser. Ich mag auch die Entschleunigung, die damit verbunden ist. Und ich hab die Besucher um mich herum. Ich lausche auch gern mal den Gesprächen, höre heraus, warum sie hierher kommen, höre auch mal Kritik, höre Begeisterung. Und ich spreche die Leute auch gerne mal an.

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Wenn uns jemand kritisiert, gehört es grundsätzlich dazu, dass wir uns überlegen, ob wir alles richtig machen. Ob da irgendetwas dran ist. Das war auch in diesem Fall für uns ein ganz wichtiger Prozess. Manchmal hat man ja diese typische Fachblindheit. Man hält etwas für richtig, was man schon lange so macht, doch andere sehen das vielleicht nicht so. Wir haben zum Beispiel ein paar Trainingsübungen gefunden, mit denen wir die Tiere beschäftigen, aber auch fordern wollten, wo wir jetzt sagen, die könnten beim Publikum durchaus kritisch ankommen. Daraufhin haben wir ein paar Dinge ja jetzt auch eingestellt.

Der Schriftsteller Martin Suter hat geschrieben, wer einen Elefantenhaken benutze, sei ein Dilettant. Sind Ihre Tierpfleger Dilettanten?
 
Die Menschen die hier arbeiten, machen ihren Job aus tiefer Hingabe, aus Berufung. Sie gehören sicher zu denen, die sich auf diesem Planeten am besten mit diesen Tieren auskennen.
 

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Der Zoo Hannover hat sich vor vielen Jahren, als er diese Anlage gebaut hat, noch klar für den direkten Kontakt entschieden. Das ist auch bis heute noch immer die Haltungsform, bei der sie die Gesundheit der Tiere durch die enge Nähe am besten gewährleisten können. Bei den vielen Geburten, die wir hier hatten, die in der Herde stattgefunden haben, waren unsere Mitarbeiter in der Lage, in die Herde hineinzugehen. Das ist nur im direkten Kontakt möglich. Aber die Welt verändert sich, die Erkenntnisse werden immer besser. Der protected contact ist für die Mitarbeiter viel sicherer. Wenn man sich zwischen den Tieren bewegt, und die sich aus irgendeinem Grund plötzlich bewegen, vielleicht weil sie aufgeschreckt oder irritiert sind, kann das für den Menschen sehr gefährlich sein. Deshalb haben auch wir uns 2014 für den protected contact entschieden. Auch wenn das für die Tiere durchaus kritische Situationen mit sich bringen könnte. Das wird in der Diskussion häufig anders verstanden, der protected contact dient weniger dem Schutz der Tiere als dem Schutz der Mitarbeiter.

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Wir haben bei unserem Gang durch den Zoo mittlerweile die neue Themenwelt Afi-Mountain erreicht. Es hat zu nieseln begonnen. Wir sitzen im Tunnel zwischen Drills und Meerkatzen im Trockenem.

Haben Outdoor-Anlagen angesichts des Klimawandels überhaupt noch eine Zukunft?

Es gibt ja auch heiße und trockene Tage. Am Afi-Mountain haben wir aber eine Menge von Unterstellmöglichkeiten eingebaut. Wechselhaftes Wetter kann man hier locker „abwettern“. Dann setzt man sich in den Felstunnel und beobachtet die Tiere von hier aus. Wetter ist natürlich immer ein Thema, dass uns treffen kann. Wir müssen uns auf Schwankungen einstellen. Doch die Menschen werden sich immer danach sehnen, raus zu kommen. Wir sehen das gerade in den Monaten Februar, Anfang März, wenn wir dann nach einer langen grauen Phase ein schönes Sonnenwochenende haben, ist es hier wirklich rappelvoll.

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Seit 2011 kriegt der Zoo ja keine Zuschüsse mehr, nur noch Zuschüsse für ausgewählte Investitionsvorhaben. Vieles, was wir in den vergangenen Jahren neu gebaut haben, haben wir selbst finanziert. Nach Abschreibung hatten wir ein negatives Ergebnis. Im operativen Geschäft aber erwirtschaften wir reichlich Liquidität, um diesen Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Und wir haben eine gute Kapitalrücklage, mit diesen Verlusten kämen wir noch viele Jahre über die Runden. Aber das ist nicht das Ziel. Wir haben viele Stammgäste, eine extrem hohe Zahl von Jahreskarten, wir haben eine tolle Gastronomie, viele Veranstaltungsmöglichkeiten am Abend. Wenn wir das alles richtig und effizient einsetzen und uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, dann können wir auch auf eine schwarze Null kommen. Man muss aber ehrlich sein. Es gibt in ganz Deutschland im Moment keinen Zoo, der ohne Zuschüsse oder Spenden funktioniert. Trotzdem sind wir da ehrgeizig.

Werden Sie den Erlebnischarakter noch weiter steigern?

Wir wollen weiter die Menschen dadurch begeistern, dass sie nahe an die Tiere heran können. Es wird bei uns keine Achterbahn durch den Zoo geben. Wir denken darüber nach, ob man vielleicht mal Virtual Reality oder solche Sachen einbinden kann. Aber es muss immer zum Charakter der naturnahen Gestaltung passen.

Mit Krimi-Dinners haben sie ja schon weniger tierische Events eingebaut. Wie wäre es denn mit Musikkonzerten oder Filmvorführungen?

Wir hatten im Jubiläumsjahr die Niedersächsischen Musiktage hier. Sie haben recht. Mal am Abend ein Konzert im Zoo – da denk ich drüber nach. Ich kann mir auch „Jenseits von Afrika“ als Filmvorführung auf der Elefantenanlage vorstellen. Aber alles was hier passiert, muss einen Bezug zur Tierwelt haben. Wir denken auch darüber nach, wie man das Beleuchtungskonzept verbessern kann, dass man an mehr Abenden und vielleicht auch mal nachts durch den Zoo schlendern kann. Der hat dann ja eine ganz besondere Atmosphäre.

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Der Tierbestand wird sich in 20 Jahren verändern. Wir werden daran festhalten, dass wir die Tiere geografisch angeordnet zeigen. Bewegungen wird es geben. Vielleicht wird es mal ein Madagaskar-Thema geben. Insgesamt wird die Anzahl der Tierarten nicht zunehmen. Es wird aber zwei Trends geben: Die Vergemeinschaftung, also das Zusammenleben mehrerer Arten auf einer Anlage, wird deutlich zunehmen, und wir wollen noch mehr Raum bieten. Wobei man da aufpassen muss. Auf einer Riesenanlage besteht die Gefahr, dass ich das Tier nur in großer Entfernung sehe.

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Deutlich kooperativ. Ich bin immer ein Mensch gewesen, der auf Kommunikation gesetzt hat. Man muss die Entscheidungen so tief wie möglich treffen lassen. Die Leute, die hier arbeiten, sollen so viel Entscheidungsspielraum bekommen wie irgend möglich. Jeder ist auf seinem Arbeitsplatz der Experte. Mein Job ist es, zu managen, dafür Sorge zu tragen, das alle die richtigen Werkzeuge haben, die richtige Befähigung die richtige Ausbildung und eben auch die notwendige Befugnis. Wir arbeiten heute sehr viel in Projekten zusammen. Wenn es um die Planung von neuen Anlagen geht, habe ich vielleicht Ideen, aber auch die Pfleger haben ihre Erfahrung. Da ist es ganz wichtig, sie alle mit ins Boot zu holen. Auch wenn am Ende ich die Verantwortung für alles trage.

Manager müssen auf die Kosten achten. Sehen Sie im Zoo noch Einsparpotenziale?
 
Kosten sind immer ein wichtiger Punkt. Ich sehe Kosten aber nicht als Belastung sondern im Rahmen einer Investitionsrechnung. Das heißt, es stellt sich bei jeder Ausgabe die Frage, was bringt das? Ist das, was wir für den Besucher oder die Tiere damit erreichen, die Ausgabe wert, ja oder nein? 

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Als der Zoologische Garten Hannover am 4. Mai 1865 eröffnet wurde, befand sich im Mittelpunkt des Gartens eine romantische Felsenanlage mit Greifvogel- Voliere, Aquarium und Grotten für Raubtiere. Der neue Zoo erwies sich sofort als Publikumsmagnet: Bereits im ersten Jahr zählte man mehr als 90.000 Besucher.

Das Geschäft mit den Tieren boomt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entstehen leistungsfähigere Tierhandlungen, und auch in den Zoos steigt die Artenvielfalt. Das früher eher planlose Sammeln von Tieren wird durch systematische Anschaffungen ersetzt.

Schon ab den 1880er Jahren ist im Zoo gebaut worden, was das Zeug hält. Der ursprünglich romantisch-verwunschene Charakter wird umgekrempelt. Und das Gelände wird erweitert: 1886 kommen fünf, 1901 weitere sieben Morgen dazu. Ein Waldpark entsteht.

Mitte 1920 ist es so weit: Der Zoo wird städtisch. Der Magistrat bleibt jedoch skeptisch, die Zukunft des Tierparks ist ungewiss. Da nicht viele Tiere die Kriegs- und Nachkriegsjahre überlebt haben, hat der Zoo an Attraktivität eingebüßt.

Die Besucher bleiben weg. Tierkauf wird durch umständliche Verwaltungsvorschriften erschwert. Am 12. Mai 1922 beschließt der Magistrat, den Zoo zum 1. Juli zu schließen. Es formiert sich Protest, eine Bürgerinitiative sammelt Unterschriften und Spenden, die Tageszeitungen kämpfen für den Erhalt. Vergeblich: Am 1. Oktober macht der Zoo dicht, der Tierbestand wird aufgelöst.

Anfang 1924 bildet sich eine Bürgerinitiative zur Wiedereröffnung des Zoos. Offiziell wird der Zoo am 28. Mai wiedereröffnet.

Es gab eine Reihe von Elefantengeburten, der Grundstock dafür, dass Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg zur bedeutendsten Zuchtstätte für Elefanten in Europa wurde. Im März 1934 kam Zora, das erste Elefantenkalb Hannovers, zur Welt.

Der Besucherandrang riss trotz der Zweiten Weltkrieges nicht ab, im Gegenteil. Die Saison 1942/43 schloss mit Rekordeinnahmen von knapp 290 000 Mark ab. Die Menschen suchten Ablenkung. Doch in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 ging der Zoo in Flammen auf und musste für mehrere Monate schließen. Zehn Nächte später der nächste Angriff. Dabei wurde auch das Elefantenhaus zerstört.

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Bei Kriegsende war das Zoogelände von 118 Bombentrichtern übersät, die meisten Tierhäuser waren zerstört. An eine Wiedereröffnung war zunächst nicht zu denken. Dennoch begannen im Juni 1945 die Aufräumarbeiten. Am 15. Mai 1946 ist es endlich so weit: Der Zoo öffnet wieder seine Pforten.

Von 1958 bis 1967 investiert die Stadt sieben Millionen Mark. Der Fokus liegt auf Landschaftsgestaltung. Die Gebäude sollen sich unauffällig einpassen. Ausnahme: das 1956 eingeweihte Tropenhaus des Architekten Dieter Oesterlen. Erst 1983 mit dem Urwaldhaus und 1988 mit der Freiflug-Voliere entstehen wieder originellere Bauten.

Mehr als 900.000 Tagesbesucher pro Jahr, im Rekordjahr 1975 sogar 980.000, zeigen die große Attraktivität des Zoos (2014 zählte der Zoo 1,3 Millionen Besucher). Doch der Geldmangel bleibt. Viele Projekte, wie der Zehn-Millionen-Bau des Urwaldhauses, lassen sich nur mit Hilfe des 1967 gegründeten Fördervereins der Zoofreunde realisieren.

Neue Aufgaben gewinnen an Bedeutung, vor allem der Artenschutz. Hier ist der Zoo sowohl bei der Zucht wie auch bei der Auswilderung aktiv. Auch in Sachen Bildung setzt er Maßstäbe, etwa mit der Gründung der Zooschule bereits 1965.

Jährliche Millionenzuschüsse sind inzwischen nötig. 1987/88 wird in Hannover wieder einmal leidenschaftlich um die Zukunft des Zoos gestritten. Im Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wird gefordert, dass der Zoo sein Programm an den Wünschen des Publikums orientiert marktgerecht anbieten solle.

Ein Projekt, dem sich ab 1994 der neue Zoochef Klaus-Michael Machens widmet. Machens nutzt die Gunst der Expo-Stunde: Als Expo-Projekt kann der Zoo kräftig in die Fördertöpfe langen. Für mehr als 120 Millionen Euro entstehen in den folgenden 16 Jahren aufwendig gestaltet Themenwelten: der Gorillaberg, der Dschungelpalast, Sambesi und Yukon Bay. Im August 2017 wird schließlich die neue Regenwaldlandschaft Afi Mountain eröffnet.


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Von Afrika nach Australien in einem Tag

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Sambesi

Bei einer Fahrt mit dem Boot auf dem Sambesi gleitet der Besucher über das Wasser - vorbei an Flamingos, Giraffen, Zebras und Nashörnern. Eine Reise von zwölf Minuten durch die Steppe. Die mit einer Seilschleppanlage gezogenen Boote mit Wellblechdach schippern gemächlich an den Gehegen vorbei, nur ein Geröllstreifen trennt dabei die liebevoll gestalteten Schiffe vom Lieblingsplatz der Nashörner. Auch den Giraffen, Antilopen und Gazellen kommt man vom Wasser aus sehr viel näher.

Afi Mountain

Die Regenwaldlandschaft Afi-Mountain ist keine reine Fantasiewelt, sondern wurde dem Schutzgebiet Afi Mountain Forest Reserve im Südosten Nigerias nachempfunden. In dem 720 Quadratmer großen Drillwald leben außer den namensgebenden Affen mit dem bunten Gesäß auch Brazza-Meerkatzen. Flatterhafte Begegnungen zwischen Mensch und Tier ermöglicht die neue begehbare Voliere, in der rund 60 kunterbunte Vögel leben. Ebenfalls zum Afi-Mountain-Bereich gehören die Schimpansen-Anlage aus dem Jahr 2013 und der Gorilla-Berg (1996).

Yukon Bay

Die Alaska-Landschaft Yukon Bay mit Flusslauf, Wolfsschlucht, Städtchen und Hafen ist die  Heimat von Eisbären, Robben, Pinguinen, Karibus, Präriehunden und Bisons. Auf dem Deck des Frachtschiffes "Yukon Queen", das den Seevögeln als Zuhause dient, gibt es in umgestülpten Holzfässern und Booten etliche Brut- und Spielmöglichkeiten für die Tiere. Im Rumpf des scheinbar auf Grund gelaufenen Schiffes, einer Unterwasserstation, können Besucher die schwimmenden Pinguine durch Glasscheiben an den Außenwänden und an der Schiffsdecke beobachten.

Dschungelpalast

Von vorn eine verlassene Palastanlage und hinter den Kulissen schon damals modernste Technik - im Juni 1997 wurde der indische Dschungelpalast eröffnet. Elefanten, Tiger, Leoparden und Hulman-Affen haben hier unter anderem ein Zuhause gefunden.

Outback

Bis ans Ende der Welt nach Australien geht es in der Themenwelt rund um den Outback. Rote Riesenkängurus, Wombats, Nandus und Sumpfwallabys leben hier in der wüstenähnlichen Landschaft des Kontinents. Ein kleinder Rundweg führt zur begehbaren Anlage der Bennett-Kängurus.

Mullewapp/Meyers Hof

Zum Saisonbeginn im April 1998 wurde Meyers Hof eröffnet. Auf dem Gelände der früheren Streichelwiese enstand ein 8000 Quadratmeter großes, bäuerliches Stück Niedersachsen. Sieben historische Gebäude wurden wieder aufgebaut. Das Kinderland Mullewapp ist zum Toben und Spielen für die kleinen Zoobesucher da. Hüpfkissen, Rodelbahn und Spielhäuser warten auf die Kinder.


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Öffnungszeiten:
In der Sommersaison (25. März bis 31. Oktober) von 9.00 bis 18.00 Uhr.

Preise (Sommersaison):
Kind (unter 3 Jahre) kostenlos
Kind (3-5 Jahre) 13,50 €
Kind (6-16 Jahre) 17,00 €
Junger Erwachsener (17-24 Jahre) 19,00 €
Erwachsener (ab 25 Jahre) 25,00 €
Hund 9,00 €

Adenauerallee 3
30175 Hannover
Tel: 0511/280740
info@erlebnis-zoo.de
www.erlebnis-zoo.de


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Wer ist am schwersten? Welches Tier kann am längsten unter Wasser die Luft anhalten? Und wer ist der kleinste Bewohner des Zoos Hannover? Acht tierische Fakten:

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Das Rote Riesenkänguru kann 13,5 Meter weit und 3,3 Meter hoch springen. Der menschliche Weltrekord im Hochsprung liegt bei 2,45 Metern. Das Riesenkänguru stammt aus Australien. Die Männchen haben ein rötliches Fell, die Weibchen ein eher graues. Riesenkängurus können 1,40 Meter groß und sogar 90 Kilo schwer werden. Besonders auffällig 
ist der muskulöse Körperbau. Im Kampf boxen Kängurus mit den Vorderbeinen und teilen mit den starken Hinterbeinen schmerzhafte Tritte aus. Der muskulöse Schwanz gibt ihnen zusätzlich Halt und Balance.

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Blattschneideameisen
 werden höchstens drei Millimeter groß und wiegen nur sechs bis acht Miligramm. Damit sind sie die kleinsten und die leichtesten Bewohner der Zoos. Im Zoo Hannover leben unzählige der Insekten in einem Volk im Kribbelcar. Gemeinsam versorgen sie mit Blättern und anderen Pflanzenteilen einen großen Pilz, damit er wächst und die Kolonie sich von ihm ernähren kann. Obwohl die sechsbeinigen Krabbeltiere so winzig sind, kann eine Arbeiterin am Tag über zwei Kilo Blätter transportieren.

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Die schnellsten Landbewohner im Zoo sind die Thomsongazellen. Sie werden 55 bis 65 Zentimeter hoch und erreichen ein Maximalgewicht zwischen 15 und 30 Kilo. Mit ihrem kleinen, leichten Körper können die Tiere bis zu 90 Stundenkilometer schnell werden. Für die Fluchttiere ist das wichtig: In ihrem natürlichen Lebensraum ist 
ihr größter Feind der Gepard. Durch Hakenschlagen können sie dem schnellen Jäger aber entkommen. Im Zoo leben die Pflanzenfresser friedlich mit den Antilopen und Zebras zusammen.

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Langsam und gemächlich – das ist die Achatschnecke. Das kleine Weichtier kann sich in der Minute höchstens acht Zentimeter vom Fleck bewegen. Achatschnecken stammen ursprünglich aus Afrika. Sie erreichen eine Länge von etwa zwölf Zentimetern, etwas größer als eine Handfläche. Sie ernähren sich von Pflanzen und Aas. Mit winzigen Hornplättchen an ihrer Zunge schaben sie kleine Teile ihrer Nahrung ab, die Schnecke hat nämlich keine Beißwerkzeuge. Sogar beim Fressen braucht das Kriechtier also mehr Zeit als andere. Achatschnecken werden mit ihrem gemütlichen Lebensstil fünf bis sechs Jahre alt.

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Der kalifornische Seelöwe ist der Landbewohner, der am längsten unter Wasser bleiben kann. Wenn er nicht gerade in der Sonne auf der faulen Haut liegt, kann er bis zu 15 Minuten tauchen. Kalifornische Seelöwen ernähren sich von verschiedenen Fischarten und Krebsen. Die Säugetiere werden gut zwei Meter groß. Weibchen erreichen ein Gewicht von 100 Kilo, Männchen werden sogar 300 Kilo schwer. Der kalifornische Seelöwe stammt aus Nord- und Mittelamerika. In menschlicher Obhut kann er 28 Jahre alt werden.

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Mit 4,85 Tonnen ist der asiatische Elefantenbulle Nikolai der schwerste Zoobewohner. Er bringt das Gewicht von mehr als drei Kleinwagen auf die Waage – und das als Vegetarier. Am Tag verschlingt ein Elefant etwa 150 Kilo Gras und Blätter und ist somit auch der Verfressenste. Den Elefantendamen scheint er aber zu gefallen: Der Frauenheld hat inzwischen zehnmal für Nachwuchs gesorgt. Im Schnitt werden asiatische Elefanten drei Meter groß, fünf Tonnen schwer und in menschlicher Obhut mehr als 60 Jahre alt. In der Wildnis jagt man sie wegen ihrer Stoßzähne.

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Sechs Meter lang kann ein Tigerpython werden. Männchen Moses junior I. ist bereits über fünf Meter lang und damit der längste Bewohner im Zoo. Die Riesenschlange ernährt sich von Wirbeltieren wie Mäusen, Kaninchen und Hühnern. Tigerpythons haben keine Giftzähne. Sie beißen sich in ihrer Beute fest und erwürgen sie, ehe sie sie verschlingen. Moses Junior I. wiegt mehr als 40 Kilo.

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Der buntgefiederte Ara ist nicht nur was fürs Auge, er ist auch das lauteste Tier im Zoo. Sein Schrei kann bis zu 129 Dezibel laut werden – das entspricht in etwa der Lautstärke eines Rockkonzertes. Die prachtvollen Tiere sind auch als Haustiere beliebt. Die hohe Lautstärke sorgt aber oft für Nachbarschaftsprobleme. Aras können eine Gesamtlänge von einem Meter, eine Flügelspannweite von 90 Zentimetern und ein Gewicht von knapp 1,5 Kilo erreichen. In Menschenhaltung wird ein Ara etwa 50 bis 70 Jahre alt.

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